Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Schwetzingen und Umgebung

Kim-Thomas Rehmann erzählt von seiner Radreise zu den Lavendelfeldern der Provence

Kim-Thomas Rehmann erzählt von seiner Radreise zu den Lavendelfeldern der Provence © Daniel Reuß

ADFC-Radreiseabend weckt Fernweh im vollen Johann-Welde-Saal

Immer wieder müssen beim ersten Radreiseabend des ADFC am vergangenen Donnerstag Tische verrückt und Stühle

zugestellt werden. „Sorry, mit so viel Interesse haben wir gar nicht

gerechnet!", entschuldigt sich ADFC-Sprecher Florian Reck

Immer wieder müssen beim ersten Radreiseabend des Allgemeinen Deutschen
Fahrradclubs am vergangenen Donnerstag Tische verrückt und Stühle
zugestellt werden. „Sorry, mit so viel Interesse haben wir gar nicht
gerechnet!", entschuldigt sich ADFC-Sprecher Florian Reck - seine Stimme
transportiert ein Gefühl zwischen Freude und Verzweiflung, immerhin
soll der Abend ja für alle ein Erfolg sein. Immer mehr
Fahrradfreundinnen und -Freunde trudeln ein, bis der Johann-Welde-Saal
im Schlossgartenrestaurant Blaues Loch komplett besetzt ist: Rund 60
Interessierte freuen sich auf interessante Vorträge zur Planung,
Vorbereitung und Durchführung von mehrtägigen Radreisen.

Zunächst führt Georg Ramsch ein: Der zertifizierte Tourguide schlägt
einen breiten Bogen von den gesundheitlichen und psychologischen
Vorteilen des Radfahrens über Ausrüstung, Packstrategien, Fahrrad- und
Navigationstechnik bis zur Übernachtungsfrage. Der erfahrene
Weltenbummler weiß: „Viele Pensionen haben wegen des
Bereitstellungsaufwands nicht so gern Gäste für nur eine Nacht. Da
muss man sich rechtzeitig informieren und nach passenden Herbergen nahe
der Route suchen - das ist ein gewisser Planungsaufwand, aber es lohnt
sich!" Der Tourguide empfiehlt auch, sich nicht zu überschätzen:
„Wenn Sie nicht total durchtrainiert sind, planen Sie maximal sechs
Stunden Sattelzeit pro Tag ein - und bei längeren Radreisen auch mal
einen Ruhetag. Oder starten Sie mit Wochenendreisen zum Beispiel auf
Flussradrouten oder entlang ehemaliger Bahntrassen." Insbesondere vom
Donautal zwischen Donaueschingen und Sigmaringen, dem „schwäbischen
Grand-Canyon" schwärmt Ramsch in dem Zusammenhang: „Da kann man so
richtig schön runterkommen und hat um sich herum atemberaubende
Landschaften!"

Besonders betont der Oftersheimer auch, wie man seinen Radius mit der
Bahn - vor allem wenn man ein Deutschlandticket hat - erweitern kann:
„Nach Donaueschingen kommt man von Schwetzingen aus mit zwei
Regionalzügen in drei Stunden - und ab 9:00 Uhr oder am ganzen
Wochenende kann man das Fahrrad kostenlos mitnehmen. Das ist doch ein
guter Deal!"

Im zweiten Teil seines Vortrages erzählt Ramsch von seinen Reisen über
die Alpen, entlang der Alpe-Ardia-Route oder der Via Claudia Augusta,
die am berühmten Reschensee mit dem versunkenen Dorf und dem ikonischen
Kirchturm beginnt und durch das Etschtal an den Gardasee oder bis nach
Verona führt.

Nach einer kurzen „Technikpause" zum Umbau, die genutzt werden konnte,
um den vielseitigen Büchertisch der Buchhandlung Kieser zu erkunden,
berichtete Kim-Thomas Rehmann von seinem Fahrradabenteuer in die
Provence: „2022 habe ich mir Gedanken gemacht: wie komme ich
möglichst klimafreundlich und kostengünstig zu meinem Traum einer
Radtour durch die Lavendelfelder in Südfrankreich?" Die Antwort war
schnell gefunden: Mit dem damals gültigen 9-Euro-Ticket ging es ans
Dreiländereck und von dort aus mit dem Gravelbike über den
Europaradweg „Eurovelo 6" und die „grünen Routen" (kreuzungsarme
Qualitätsradrouten in Frankreich) entlang von Flüssen, durch enge
Schluchten und Tunnel gen Süden. „Übernachtet habe ich, da, wo ich
gegen Abend zwei passende Bäume für meine Hängematte gefunden habe,
mal auf Campingplätzen, mal am Wegesrand." Sehnsüchte wecken beim
Bildvortrag atemberaubende Fotos von Felsmassiven, idyllischen Dörfern,
römischen Amphitheatern, Burgen - und natürlich zahlreichen
Lavendelfeldern. „Man kann es fast riechen!", murmelt eine
Zuschauerin.

Insgesamt rund 800 Kilometer hatte Rehmann bei dieser abenteuerlichen
Reise auf dem Rad zurückgelegt - seine Empfehlung: Auch mal von den
geplanten Routen abweichen. „Für eine gute Aussicht musste ich über
nackten Fels sogar mein Gravelbike mal schieben, aber ich wurde
belohnt!"

Zum Abschluss des Abends stellen Florian Reck, Georg Ramsch und Daniel
Reuß noch das diesjährige Radtourenprogramm der ADFC-Ortsgruppe vor:
Neben den beliebten Feierabendrunden und mehreren Thementouren werden
etwa eine 4-tägige Schnupperradreise nach Straßburg zu Fronleichnam
mit etlichen Besichtigungen auf dem Weg und eine musikalische Radtour
zur „Fête de la Musique" mit der Schwetzinger Jazzinitiative am 21.
Juni angeboten. Das Radtourenprogramm konnten Gäste vor Ort frisch
druckfrisch mitnehmen


https://schwetzingen.adfc.de/pressemitteilung/adfc-radreiseabend-weckt-fernweh-im-vollen-johann-welde-saal

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